WGT Ausstellung

Ereignisreich, arbeitsintensiv und anstrengend sind passende Worte für den enormen Arbeitsaufwand, der in so kurzer Zeit zu leisten war. Und gleichzeitig verging das Pfingstwochenende wie im Flug, mit einem bleibenden Eindruck eines Hochgefühls, hervorgerufen durch zahlreiche intensive Konversationen mit Besuchern, Interessenten und Künstlerkollegen, und dem ständig neuen Erschaffen und auf die Beine stellen einer Plattform durch viele unterschiedliche Künstlerhände, mit genug Raum zum Ausleben kreativen Potentials.

Die Vorbereitungen waren geprägt vom ständigen Vermessen, Bohren, Rumräumen und Anordnen (“Das hängt schief, auf der rechten Seite.” – “Ich meine, links ist’s schief.” – “Dann ist es vermutlich gerade.”), wobei die eigentliche Herausforderung darin bestand, den unterschiedlichen Termin- und Alltag der Künstler unter einen Hut zu bringen und verbunden damit, alle Bilder noch vor der Vernissage an die Wände zu bekommen und einen allgemeinen Stillstand zu vermeiden. Gelöst, kuratiert und organisiert wurde diese zentrale Problematik so effizient, dass ich mir im nachhinein nicht sicher war, ob es tatsächlich ein Problem darstellte. Geklappt hat es irgendwie, auch wenn ich nicht genau sagen kann wie, und Michael vermutlich über meine Darstellung eines doch recht entspannten Tages lachen würde, zumal die Ausstellung verdammt kurzfristig in die Wege geleitet wurde und Martin parallel in Halle eine weitere Vernissage zu leiten hatte. Aber fleißige Praktikantenhände bereicherten das Team und arbeiteten mit.
Das Aushelfen bei den Vorbereitungen schuf ein willkommenes Wiedersehen mit alten Bekannten und Künstlerkollegen, welches ich sogar einem Kaffeekränzchen oder einem Absacker nach einem Arbeitstag vorziehen würde. Mehrere Jahre schrumpften zusammen, als hätten sie gar nicht existiert, als wäre man sich zuletzt am Tag zuvor über den Weg gelaufen.

Wir hatten über 2000 Besucher. Es existierten keine Gesellschaftsschichten mehr, kein Alltag. Nur Kunst. Vielfältiger, als nur deren Vertrieb. Wir waren rund um die Uhr damit beschäftigt, Neugier zu befriedigen, den Abstand zwischen Betrachter und Bild zu mindern, durch einen Einblick in uns selbst. Die Resonanz war größer, als ich es jemals erlebt und erwartet hatte. Jenseits von dem, was ich als möglich erachtet hätte. Ich bekam ein verhaltenes Lächeln von meinen Mitkollegen, denn sowohl das ehemalige Team der Leipziger Kunst Galerie – Martin, Michael und Sebastian – als auch Giovanni und Benjamin waren einen größeren Ansturm und mediale Präsenz gewohnt. Die Visitenkarten gingen weg wie nichts, die eigenen Arbeiten waren vor lauter Köpfen nicht mehr zu sehen, zahlreiche neue Bekanntschaften (Hallo Waldemar, ich grüße dich.) und neue Kontakte sind das Ergebnis eines produktiven Wochenendes geworden und erschufen eine Basis für mögliche und kommende Zusammenarbeiten mit Förderern und neuen Künstlerkollegen.
Ich schätze die Offenheit der Betrachter sehr, war oftmals überrascht, manchmal sprachlos, meistens einfach nur grinsend glücklich, nicht nur Medium und Technik besprechen zu können, sondern auch die Thematik. Es ist immer wieder aufs neue bereichernd, unterhaltsam und interessant, den zwangsweise statischen Standpunkt als Erschaffer verlassen und die Sichtweise eines aussenstehenden Betrachters erfahren zu können.
Ich war umgeben von Surrealisten, zuvor noch ein Stirnrunzeln gewohnt – sei es aufgrund der Tatsache meiner Berufung oder dem Inhalt meiner Arbeiten – so gehörte ich plötzlich einer Gemeinschaft an, deren Selbstverständnis eine vertraute Selbstverständlichkeit mit sich brachte. Meine Bestätigung als Surrealist fand ich vor einigen Jahren durch essentielle Entscheidungen, eine Bestätigung als Künstler aber erst heute in der Vertrautheit.

Ein Atelier mit Künstlern zu teilen, erschafft eine kreative Dynamik, die trotz separatem, konzentriertem und schweigsamen Arbeitens einen Sog künstlerischer Ausgiebigkeit und eine menge Input erschafft. Das Arbeiten mit Bildern, Ausstellungsräumen, Besuchern und der Presse hatte etwas Selbstverständliches, was an dem Treffen so zahlreicher Gleichgesinnter liegen könnte, oder einfach daran, dass Materialismus sich doch nicht so sehr mit Kreativität beißt, solange er aus derselben hervorgeht.

Hier geht es zur Künstler Bio/Info/Statement auf der Staffelei, die übers Wochenende direkt neben meinen ausgestellten Arbeiten zu finden gewesen war.

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