Das Lied von A Black Hunt, Die Jagd nach dem Feuer

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Es ist Zeit für ein großes Dankeschön an alle Leser und Unterstützer eines Projektes, welches erst durch die vielen Gedanken und Kopfkinos seiner Konsumenten zu leben beginnt.
Ich wollte mehr dazu schreiben, was es mit diesem Werk auf sich hat, eine Art Statement oder wenigstens Dokumentieren von dessen Entwicklung, doch im Marathon der Illustrationen, Planungen und letztendlich Umsetzungen, kam das alles viel zu kurz. In den vergangenen Monaten der Arbeit und Ausstellungen, der ersten Tage der Existenz dieses Romans, kam ich kein einziges Mal dazu, auf das fertige Objekt zu blicken. Überdrüssigkeit als Folge zahlloser abwechslungsloser Überarbeitungen, immer und immer wieder gelesene Passagen, Korrekturlesen und Überdenken.
Es ist das bisher umfangreichste Projekt und erreicht eine besondere Tiefe aufgrund dieser doch recht speziellen Umsetzung als Roman, der wichtigen und starken Verbindung zum Leser und Betrachter – eine besondere Wechselbeziehung, in deren Gegensatz bloße Zeichnungen schon als oberflächlich bezeichnet werden kann – und der Vielfalt an verknüpften Medien.
Die Resonanz war überraschend groß, was ich auch gerne zum Anlass nehme, mehr über Entstehung und Hintergrund dieses Projektes zu schreiben, als ich es üblicherweise tue. (Desshalb auch die mords Einleitung.)

A Black Hunt ist eine Serie kleinformatiker Arbeiten im A4-Format, welche 18 Titel umfasst und liegt einer Thematik zugrunde, die im Mittelalter im Thema „Ubi sunt qui ante nos fuerunt?“, bis hin zur Renaissance im Vanitas-Motiv und im beginnenden 20. Jahrhundert in der Décadence-Dichtung Ausdruck findet.
Die Jagd nach dem Feuer ist mit 13 Arbeiten Hauptbestandteil der Serie, welche als Illustrationen eine Weiterführung der schriftlichen Erzählung darstellen. Kompositionell verbindet eine waagerechte dunkle Linie alle Arbeiten miteinander, beginnend beim Heiligenschein des Jägers („Hunter“) und endend beim Fielfraßköpfigen („Survivor“). Der schriftliche Teil des Romans umfasst 758 Seiten, abzüglich 18 illustrierter Seiten, davon 4 Doppelseiten.

Inhaltlich findet sich der eigentliche Ursprung der Geschichte über ein Jahrzehnt in der Vergangenheit, entwickelte sich innerhalb zweier Monate, in denen ¾ des Romans niedergeschrieben wurden, zu einem neuen Werk. Beginnend Ende Februar 2016, wurde mir erst spät klar, dass völlig ungeplant und unvorbereitet ein Roman entstehen würde. Nach kurzer Schreibphase, begann die eigentliche Arbeit mit dem Probe- und Korrekturlesen, Überarbeitungen und den Illustrationen, nicht allein dadurch erschwert, dass schon während des Schreibens das Korrekturprogramm von Word zusammenbrach. Es war ein langer Weg in so kurzer Zeit, letzten Endes mit einem Ordner an Notizen bezüglich Bilddaten, Schriftproben, Bildplatzierung, Stapelhöhe- und Umschlagberechnung, mit einem schweren Manuskript, welches durch mehrere Hände ging und schlussendlich zusätzlich zu ramponiertem Papier noch aus Kaffeeflecken und Himbeersaft bestand.
Die Buchillustrationen finden ihren Platz an natürlichen Seitenumbrüchen, ein Kompromiss, den ich eingegangen bin, zumal ich als Leser eine entschiedene Abneigung gegenüber Illustrationen hege, als Künstler aber diese besonders spannend finde. Sie nehmen einem das, was das Lesen ausmacht: die eigene Vorstellungskraft. Sie unterbrechen den Lesefluss durch Platzierungen an den unmöglichsten Stellen, zumeist mitten im Satz.

Den eigentlichen Wert finden sie in ihrer Abhängigkeit zum Text, nicht als gleichwertiger Bestandteil, sondern als Ergänzung. Wort und Bild sind ein Zusatz des jeweils anderen. Es war eine interessante und neue Erfahrung, das Gewicht auf den Text zu legen, Zeichnungen als Ergänzung zum gesamten Buch zu entwickeln und nicht, wie sonst, Zitate als Erweiterung von Bildern zu verwenden. Das tatsächlich Ausmaß dieser Gewichtung und die Auswirkung auf jede einzelne Arbeit, wurden mir erst so richtig bewusst, als ich die Illustrationen ohne einen weiteren Zusammenhang hier präsentierte. Sie funktionieren nicht ohne ihre Position im Text und den Prozess des Lesens und Erfahrens.
Jedes einzelne Bild hat in seiner Wirkung den Zweck, eine bestimmte Thematik aufzugreifen, anderweitig fortzuführen und darzustellen; als Voraussetzung die feste Position im Text. Letzten Endes habe ich eine Szene nicht gezeichnet wie sie im Text beschrieben wurde, habe Buchstaben nicht in Linien und Bildern übersetzt. Nichts kommt an die eigene Vorstellungskraft heran und den Inhalt doppelt wiederzugeben erscheint mir idiotisch, weshalb ich die Möglichkeiten des Zeichnens genutzt habe, um die Grenzen des Wortes zu überbrücken, diese zu erweitern und zu ergänzen. Herauskamen Portraits der Protagonisten, der Hauptfigur, der Themen. Wenn der Text die Handlung beschreibt, so zeigen die Bilder die weiterführenden Gedanken, die alldem zu Grunde liegen.

Als Surrealist war es eine Suche, den passenden Weg zu finden, eine Szene zu illustrieren und ich hatte meine Probleme, Zugang zu dieser Arbeitsweise zu erhalten und war weitestgehend diesen Strukturen unterworfen. Denn die Bilder kamen fließend, in anachronistischer Reihenfolge, aber dennoch einem Lauf folgend, ohne, dass ich einen Blick auf das Folgende hätte haben können und ich hatte keine Ahnung, wie viele es sein würden und wie die Verteilung im Text aussehen könnte. Ich würde fertig sein, wenn ich fertig sein würde.

Die Illustrationen als Gesamtheit betrachtet, spiegeln das gesamte Buch wider: die Geschichte, die Wahl der Kapitel, Abschnitte, Formatierung, die Entwicklung der Handlungszüge. Sie sind ein Abklang, eine Zusammenfassung, eine Mahnung ohne den tadelnden aber mit prägendem und dokumentierendem Effekt, der für den einen Aussichtslosigkeit und für den anderen Frieden  im Fatalismus sein kann.

Letzten Endes ist es nur eine Geschichte.

Leseprobe | Verlagsshop | Ebook /Amazon

Daten
Seitenzahl: 758/18 illustriert
Verlag: Edition Winterwork
Format: 15,3cm x 21,5cm x 5,2cm | A5 Hardcover
ISBN: 978-3-96014-243-0

 

It’s time for a huge thank-you to all readers and supporters of a project, which is rising by the thoughts and sceneries of the consumers.
It was planned to write more about it, what’s behind this work, a kind of statement or just a documentary of the development, but while working at the implementation – Illustrations and planning – there weren’t enough opportunities. In the last months of work and exhibitions, the first days of existing of the novel, I hadn’t the time to look at the finished piece. Weariness as consequence of countless revisions, re-reading text passages, proofreading and reconsideration.
It’s the most extensive project and is reaching a special depth because of this different implementation as novel, the important and strong connection to the reader and observer – a special correlation, in contrast to mere drawings more profound – and the diversity of connected and mixed media.
The feedback was surprising, which is why I want to go deeper into the evolution and background of this project as I normally do.

A Black Hunt is a series of small works, size A4, which includes 18 works and bases on a theme, which finds expression in medieval poetry and preaching as “Ubi sunt qui ante nos fuerunt?”, to the renaissance as Vanitas and since the 20th Century in literature and art, called décadence.
Die Jagd nach dem Feuer builts with 13 works the main component of the series, which are illustrations and a continuation of written narrative. Compositionally they’re all connected through a horizontal line, beginning at the gloriole of Hunter and ending at the Survivor. The written part of the novel contains 758 pages, minus 18 illustrated, of which are 4 double pages.

The content has it’s origin one decade ago, developed within two months, where ¾ of the novel has been written, to a new work. Starting in february 2016 planless and unprepared, the development to a whole book wasn’t in the first time. The real work began after the short phase of writing with lektorat, revision and the illustrations, not that easy because of the collapse of the orthography program of word. It was a long way in such a short time, in the end with a pile of notes for picture data, font samples, illustration placement, envelope calculation, with a heavy manuscript, which has a travel through many hands behind and after that only consists of battered paper, coffee stains and raspberry juice.
The bookillustrations found their place at natural page breaks, a compromise, because as reader, I don’t like illustrations, although – in the view of an artist – they’re quite interesting. The most beautiful thing and the sense of written pages are the pictures, consisting of the own imagination. Drawn pictures steal that. They’re interrupting the reading by unfavorable placements in the middle of sentences.

Their real value depends on the dependency on the text, not as equal part, but as addition. Word and picture are the addition of the other. It was an interesting and new experience, to focus on the text and to create drawings as addition to the whole book and not like always using quotes as extension of images. The whole extent of this focus and the impact of each single work became aware of me, after presenting the illustrations here at the blog without any connection. They don’t work without their text position and the experience of reading and witness.
The impact of each single work has it’s purpose to take up an thematic approach, to continue otherwise and to portray; as require the fixed position in the text. In the end I didn’t drew a scene as it was described in the book, didn’t translated letters into lines and pictures. Nothing reaches the own imagination and to repeat the content twice seems foolish to me. That’s why used the opportunity of drawing to pass the borders of words, to extend and complete them. The results were portraits of the protagonists, the main figure, the themes. While the text describes the actions, the illustrations show continuing thoughts, which built the basis of all.

As surrealist it was a search to find the matching way to illustrate a scene and I had problems finding the access to that kind of working. The pictures came fluently, anachronistic, but still following a line, without the knowledge of following works and I hadn’t any idea how much they would be and how the distribution would look like.

Considering as entirety the illustrations reflect the whole book: the story, the choice of chapters, sections, formatting, the development of the actions. They’re a subside, a conclusion, a admonition without adjustment but as documentation. Hopelessness for the one, peace in fatalism for the other.

But in the end it’s just  story.

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